Ein Hund im Bett – da scheiden sich die Geister der Tierfreunde. Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Ja oder Nein. Und wie ist das bei uns?

Als Kind habe ich gelernt, dass ein Hund im Bett nichts verloren hat. Ich bin mit zwei Hunden aufgewachsen, mit zwei verdammt großen Hunden, und keiner von beiden durfte ins Bett – offiziell jedenfalls nicht. Die Regel hat mein Vater aufgestellt. Ich weiß gar nicht mehr genau wieso; aus hygienischen Bedenken oder aus Rangordnungsbedenken vielleicht. Und trotzdem hat Jimmy das eine oder andere Mal in meinem Bett geschlafen oder ich habe mich zu ihm auf den Boden gelegt. Oh ja, Rebellion konnte ich.

Als Bella im Juli 2015 bei uns einzog, lautete der Plan zunächst auch: „Der Hund hat im Bett nichts verloren“. Hundehaare, Ungeziefer, Dreck und dann auch noch die berühmten Rangordnungsprobleme hielten uns davon ab, Bella auf’s Bett zu lassen. Dann wurde ich operiert, war zwei Tage nicht daheim, kam als Häufchen elend zurück, konnte mich kaum bewegen, verbrachte den ganzen Tag im Bett – und das kleine Welpentier wusste gar nicht so recht, was los war. Sie tapselte mir hinterher, wann auch immer ich ins Badezimmer stolperte, und schaute verwirrt in mein schmerzverzerrtes Gesicht. Mir ging es wirklich dreckig. Und dann beschloss Christian, Bella zu mir auf’s Bett zu setzen. Schmerzen hatte ich immer noch, aber durch das kleine plüschige Welpenkind, das mir das Gesicht abschleckte und versuchte, meine Haare zu fressen, ging es mir gleich besser. Sie kringelte sich neben mir zusammen und dort blieb sie dann. Im Bett.

Nach nicht ganz zwei Wochen bei uns durfte Bella also im Bett schlafen. Das heißt aber nicht, dass sie dauerhaft im Bett lag: Sie wechselte schon immer die Schlafpositionen, vom Bett auf den Boden, wenn es ihr zu warm wurde oder ich im Schlaf unruhig um mich getreten und geschlagen habe.

Ja, wir haben Haare im Bett, seitdem Bella hier wohnt. Die hätten wir aber auch, wenn sie nicht im Bett schlafen würde. Bella haart – so wie viele andere langhaarige Hunde auch – regelmäßig und viel. Da es aber nicht so ist, dass sie Haarhäufchen dort hinterlässt, wo sie gelegen hat, sind im Bett auch nicht mehr Haare als an der Kleidung oder auf dem Teppich.

Ja, wir haben auch mal Krümel im Bett. Ich bin ein chronischer Barfußläufer – vielleicht sind die Krümel von Bella, vielleicht von meinen baren Füßen. Wer weiß. Ich weiß jedoch, dass ich auch in meiner hundelosen Zeit Krümel im Bett hatte.

Ja, Bella saut sich gerne mal so richtig ein. Wenn sie von oben bis unten voller Matsche ist, kommt sie unter die Dusche (meist ohne Shampoo, übrigens). Der Dreck von draußen landet also nicht im Bett. Aber mal ehrlich: Welcher Mensch denkt denn, dass ein komplett eingesauter Hund ins Bett darf? Ich mach mich doch auch sauber, wenn ich in einer Matschpfütze gelandet bin.

Zu alldem kommt noch eine goldene Regel hinzu: Eine freche Bella, die bellt, zwickt, klaut oder sonst irgendeinen Mist baut, kommt nicht ins Bett. Das ist eine Strafe, die sie auch als solche versteht. Und sie hält sich dran [jedenfalls bis wir tief und fest schlafen und sie selbst auch schon lange vergessen hat, dass sie frech war].

Ich persönlich finde ja, dass ein Hund im Bett eine beruhigende Wirkung hat. Der ruhige Atem, der warme Hundekörper, das flauschige Fell – all das finde ich sehr angenehm und wohltuend. Gerade angesichts meiner Schlafprobleme bin ich froh, wenn Bella nachts nah bei mir ist.