Es ist schon Monate her, dass es los ging: Diese unglaubliche Müdigkeit, die mir in die Knochen und in den Kopf kroch. Ich bräuchte einen Winterschlaf.

Ich bin wirklich unsagbar müde. Wenn ich aufstehe, bin ich müde. Wenn ich arbeite, bin ich müde. Wenn ich in der Uni bin, bin ich müde. Wenn ich ins Bett gehe, bin ich müde. Wenn es draußen dunkel ist, bin ich müde. Wenn es hell ist, bin ich müde. Mein Körper ist müde, mein Kopf ist müde. So unsagbar müde. Da wird man doch schon beim Drübernachdenken müde.

Manch einer wird nun denken „Oh, hier, ich weiß, Winterdepression!“ und dazu kann ich nur sagen: Ja, ein bisschen. Ein bisschen Winterdepression ist sicher dabei. Allerdings bin ich ja auch den Rest des Jahres psychisch eher… ich sag mal: stabil deprimiert.

Es fühlt sich ein bisschen an, als würden mein Körper und mein Kopf eine Art Winterschlaf halten. Eine Winterruhe vielleicht.

Da ist ganz viel Nebel in meinem Kopf. Ein dichter Nebel, der wie eine schwer durchdringliche grauweiße Wand zwischen mir und meinen klaren Gedanken steht. Bodennah, also am Bodensatz meiner Gedanken, kann ich ein bisschen sehen, was da ist, auch nah vor mir sehe ich, was mich umgibt, aber alles, was weiter weg ist als, sagen wir mal, 2 Wochen vor oder zurück, sehe ich nicht. Denke ich nicht. Mein Kopfnebel erlaubt mir derzeit eine Sichtweite von unter 4 Wochen.

Mich stört dieser Nebel, da ich noch nicht den passenden Scheinwerfer gefunden habe. Ich bin auch einfach zu müde, um ihn zu finden, weiß nicht, welchen Knopf ich drücken muss, damit das Licht angeht. Ein kleiner, nicht schmerzhafter, aber dennoch lästiger Teufelskreis.