[Sponsored Post: test4pet hat mir einige 2er-Packungen des Urintests „Der Zwischendurch-Check“ kostenlos zur Verfügung gestellt, damit ich diesen in Verbindung mit der kostenlosen App testen kann. Die hier wiedergegebene Meinung über das Produkt und dessen Praktikabilität ist jedoch mein eigener Eindruck, also nicht vom Unternehmen vorgegeben.]

„Frauchen, Frauchen, Frauchen!“, ruft Bella mir unruhig von einem Bein auf das andere tretend entgegen.
„Ja, Bella-Maus, was ist denn?“, antworte ich.
„Frauchen, ich muss dauernd Pipi. Wirklich andauernd!“, jammert das Fräulein Kunterbunt halblaut.
„Oh.. Aber so oft meldest du dich gar nicht. Hast du etwa in die Wohnung…?“, frage ich mit weit aufgerissenen Augen.
„Nein, nein. Ich muss, aber ich mach nicht in die Wohnung, weißt du doch. Und draußen, selbst wenn ich muss, kann ich manchmal nicht, weil… naja… also… manchmal will ich einfach nicht.“, stammelt Bella vor sich hin.
„Wie, naja? Warum kannst oder willst du denn draußen nicht? Dafür ist das Draußen doch da! Und schämen brauchst du dich auch nicht. Raus mit der Sprache, was ist los?“, dränge ich sie zu antworten, weil ich mir langsam Sorgen mache.
„Ach, weißt du… das brennt beim Pipi machen. Ganz fies! Ich mag das nicht, also mach ich nicht Pipi!“ Schuldbewusst schaut Bella auf den Boden und lässt ihre Ohren hängen. Als sei das ihre Schuld.
„Mausi.. das macht doch nichts! Sowas musst du mir nur sagen, damit wir zum Tierarzt fahren können! Komm, lass uns gleich mal los fahren.“, antworte ich, während ich ihr über den Kopf streichle und sie anleine.


So oder so ähnlich könnte ein Gespräch mit Bella ablaufen, wenn sie sich krank fühlt – das Blöde ist nur: Bella kann nicht sprechen. Und da es auch vielen anderen Hunden so geht, dass sie ihren Besitzern nicht mal eben zurufen können, wenn es beim Pinkeln brennt, der Hals kratzt oder der Magen kneift, hat test4pet zumindest für verschiedene Krankheitsbilder, die sich auf den Urin auswirken, einen ganz einfachen Test für Zuhause (nunja, also: Für Unterwegs) entwickelt: Ein Teststreifen, der einfach beim Urinieren eine Sekunde lang in den Strahl gehalten wird und nach 60 Sekunden einen Überblick über verschiedene Urinwerte gibt. Mit App – für die technikaffinen Hundehalter von heute – oder „analog“ (mit den eigenen Augen) ablesbar – für die, die auch gut auf Technik verzichten können.

Die Anwendung.

Die Anwendung des test4pet Urinteststreifens ist wirklich pipileicht [‚tschuldigung.]: Man hält den löffelartig geformten Teststreifen (der übrigens einige Zentimeter Abstand zwischen Finger und Urinstrahl ermöglicht) für ein Sekündchen in den Urinstrahl des Hundes. Danach wartet man 60 Sekunden lang auf den eventuellen Farbwechsel der Testflächen. Ganz einfach also.

Und bei schüchternen Hunden?

Nicht ganz so einfach ist das mit dem Teststreifen, wenn man (wie ich) einen schüchternen Hund hat: Bella ist nach wie vor beim Pinkeln und Häufeln doch etwas schreckhaft. Selbst zwei Jahre nach den eventuellen „Vorfällen“ hat Bella offenbar immer noch Scheu, wenn es um das Absetzen von Kot und Urin geht. [Lustig ist: Alles andere darf ich mittlerweile. Baden, Bürsten, Ohren putzen, Krallen schneiden, Blut abwischen, Läufigkeitshöschen anziehen… aber bei ihren Ausscheidungen bzw. beim Ausscheiden selbst bleibt sie eigen.]

Daher konnte ich mich nicht einfach beim Pinkeln neben sie hocken und ihr einen unbekannten Streifen unter den Bauch halten, sondern musste sie erst mal daran gewöhnen, dass ich eben genau das mache. Ich habe klein angefangen und mich neben sie gehockt, während sie gepinkelt hat, und dann mal meine Hand unter ihren Körper bewegt – bis ich das dann mit einem Gegenstand in der Hand machen konnte, ohne dass sie ihr Pinkeln einfach abbrach. Einmal bin ich gestolpert, während ich versuchte, mich neben sie zu hocken – sie erschrak und ich durfte sie nochmal neu dran gewöhnen, dass ich ihr beim Pinkeln so nahe komme.

Und bei scharfschießenden Rüden?

Nun, ich habe keine Ahnung. Wir haben ja einen Rüden hier, unser kleines Johnny-Schaf, aber der Senior schießt zum einen nicht allzu scharf und zum anderen habe ich den Test nicht an ihm ausprobiert, weil er sehr ungern mit mir spazieren geht. [Er ist halt so. Er will nur sein Frauchen. Punkt.]

Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es etwas einfacher ist, der Teststreifen unter dem Urinstrahl eines das Beinchen hebenden Rüden zu platzieren, da man einfach besser sehen kann, wo der Streifen hin muss, um benetzt zu werden.

Welcher Urin soll es denn sein?

Also, es scheint nicht so, als bräuchte man beispielsweise den ersten Urin des Tages oder den letzten oder sonst irgendetwas, um ein verwertbares Ergebnis zu erhalten. Allerdings ist es wichtig, dass man nicht den „Markier-Urin“, sondern einen richtigen Urinfluss erwischt – beim Markieren scheiden einige Hunde ja nur wenige Tropfen aus und das wäre einfach zu wenig, um alle 6 Testflächen zu erwischen.

Die zwei Möglichkeiten der Auswertung.

Das Auswertung der Testergebnisse ist wirklich wahnsinnig einfach.

Das Ergebnisfeld ist von 5 Farbfeldern umgeben: 2 Farben auf der linken Seite zeigen Werte im „Okay“- also Normbereich an. Drei Farbfelder auf der linken Seite zeigen Werte im „Nicht-Okay“-Bereich an, also die Werte, die man mit dem Tierarzt besprechen sollte.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten zum Ablesen des Testergebnisses:

Die Auswertung durch „analoges“ Ablesen.

Da der test4pet Urinteststreifen farblich wiedergibt, welche Werte in Ordnung und welche bedenklich sind, kann man den Teststreifen analog, also mit bloßem Auge, selbst ablesen. Dann weiß man sofort, welche Werte nicht im Normbereich liegen, und kann sich das aufschreiben oder einfach merken.

Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche oder gar -Blindheit werden hierbei jedoch das Problem haben, dass die Farben nicht knallig genug sind und sie so nicht genau erkennen können, wie gut oder schlecht die Werte nun sind.

Die Auswertung mit der test4pet App.

Die Auswertung mit der test4pet App (für Android kostenlos im Google Playstore verfügbar, allerdings nicht für Apple- und Windows Phone-Nutzer) finde ich fast perfekt. Eine kleine Einschränkung gibt es, aber dazu komme ich gleich.

Nun, das Installieren von Apps ist ja denkbar einfach. Mit 30 MB Speicherplatz nimmt die test4pet App nicht wirklich viel Raum ein. Für Datenschutzinteressierte: Die App braucht Zugriff auf die Kamera des Smartphones, sonst funktioniert der QR-Code-Scanner und das Ablesen des Teststreifens nicht.

Startet man die App, öffnet sich eine Liste mit verschiedenen Tierarten, für die die Tests gedacht sind: Hund, Katze, Pferd [ich hoffe, der Teststreifen ist größer als der für Hunde, sonst wird’s nass…], Ziegen, Schwein… also, alles mögliche. Für Mehrhundehalter wichtig: Man kann für jeden Hund ein eigenes Profil mit Foto, Name, Rasse, Geburtsdatum, Gewicht und eigenen Notizen anlegen. In diesem Profil findet man dann auch die Auswertungen der Urintests. Außerdem kann man ganz direkt über das Profil die Auswertung des nächsten Tests beginnen, indem man unten rechts auf den blauen Teststreifen-Button klickt.

So sieht das Profil des Haustiers aus. Beunruhigenderweise haben sich Bellas Testergebnisse verschlechtert, darum fahren wir heute auch noch zum Tierarzt…

Hat man den Urintest wie oben beschrieben durchgeführt, muss man ja 60 Sekunden auf das Testergebnis warten. Hier wäre ein Countdown in der App super – klar, eine Minute kann man auch selbst zählen oder auf die Uhr gucken, aber praktisch wäre eine Uhr in der App wirklich. Ist die Minute rum, hält man das Smartphone so, dass der QR-Code für das Gerät lesbar ist und die Testfelder sichtbar sind. Um den perfekten Abstand zu erhalten, zeigt die App, wo der Rand des Teststreifens liegen muss – man kann also gar nicht zu nah dran oder zu weit weg sein. Wichtig ist, dass kein Schatten auf den Teststreifen fällt: Die Farben müssen für das Gerät erkennbar sein, sonst klappt das Auslesen nicht.

Sobald die App die Farben ausgelesen hat, wird eine übersichtliche Auswertung mit etwas genaueren Urinwerten gegeben: Für die Blase wird angezeigt, wie viele weiße Blutkörperchen im Urin sind, für die Harnwege wird der Nitritgehalt gemessen, der Zuckerspiegel im Urin wird in Milligramm angegeben, für die Nieren wird der Eiweißgehalt angegeben, ob Blut/Hämoglobin (rote Blutkörperchen) im Urin ist, wird gemessen und für die Leber wird der Gehalt von Bilirubin (Abbauprodukt der roten Blutkörperchen) im Urin ausgewertet. Achtung: ETWAS genauer heißt, dass die Werte in „circa“-Angaben (z. B. ca. 2 mg/dl) angegeben werden. Ganz genaue Werte gibt’s nur beim Tierarzt.

Klickt man in der App auf „Letzter Test“, sieht man die aktuellsten Werte auf einen Blick. Klickt man dann auf einen der Werte (beispielsweise auf „Zucker“) sieht man die Verlaufskurve der letzten Tests.

Warum ich die App besser finde als das „analoge“ Ablesen.

Die App bietet mir mehrere Vorteile gegenüber der „analogen“ Ablesetechnik. Also, die Vorteile:

  • Dadurch, dass die App das Ablesen der Ergebnisse übernimmt, erhalte ich etwas genauere Informationen zu den Ergebnissen (ungefähre Mengenangaben und kurze Informationen zu Krankheitsbildern bei Auffälligkeiten der Werte).
  • Ich muss weder Stift noch Zettel mit mir herum schleppen, um mir zu notieren, welche Werte auffällig sind, da die App die ausgelesenen Ergebnisse speichert.
  • Wenn ich mehr als ein Tier habe, das ich testen möchte, kann ich Profile für alle Tiere anlegen.
  • Die App zeigt mir Verlaufskurven der Testergebnisse.

Mir fallen eigentlich nur zwei Nachteile der App ein: Ich muss mein Smartphone immer bei mir haben, wenn ich einen Test machen will (gut, das kann man ja planen, wenn man, so wie ich, sein Gerät nicht immer mit nimmt) und das Smartphone sollte geladen sein. [Ja, echt jetzt – das waren zwei Probleme, die mir tatsächlich in der Testphase des Produkts aufgefallen sind. Vielleicht behandle ich mein Smartphone aber auch einfach zu stiefmütterlich.]

Die Entsorgung des benutzten Teststreifens.

Die test4pet Teststreifen sind Wegwerfprodukte und können nur ein Mal verwendet werden. Danach kann man sie unterwegs in jeden Mülleimer werfen.

Mein Fazit.

Ich finde das Produkt super! Sobald Bella sich an die Verwendung der test4pet Teststreifen gewöhnt hatte, hatten wir keine Probleme mehr mit deren Nutzung. Das Design ist benutzerfreundlich, die Verwendung ebenfalls.

Derzeit sind die Urinteststreifen über Amazon erhältlich. In einem Päckchen sind immer zwei Teststreifen enthalten – richtig preisgünstig sind sie mit knapp 14 Euro natürlich nicht, aber die Aufbereitung der Ergebnisse via App und die Übersichtlichkeit, mit der die Ergebnisse dargestellt werden, sind diese Investition durchaus wert.

P. S.: Wir müssen zum Tierarzt…

In der Zwischenzeit – zwischen der Vorbereitung dieses Artikels, der finalen Überarbeitung, die ich gerade vornehme, und seiner Veröffentlichung  – haben sich zwei von Bellas Werten verschlechtert, sodass ich heute noch mit ihr zum Tierarzt fahren werde. Wenn ich weiß, ob es ihr wirklich nicht gut geht – sie verhält sich ganz normal – kann ich euch auch sagen, wie aussagekräftig der Urintest von test4pet wirklich ist. Wenn ich mehr weiß, wird dieser Beitrag natürlich entsprechend ergänzt.

Update vom 25. August: Wir waren beim Tierarzt.

Heute Morgen war ich mit Bella dann endlich beim Tierarzt – eigentlich wollte ich gestern Nachmittag mit ihr dort hin, doch das Fräulein Kunterbunt war nicht davon zu überzeugen, mir eine Urinprobe zur Untersuchung zu überlassen.

Nach kurzem Test von Bellas Urin sowie Begutachtung der Probe stellte unser Tierarzt glücklicherweise fest, dass es Bella gut geht. Aber warum zeigte der Test gestern dann etwas anderes?

Mein erster Verdacht war daher, dass der Urintest nicht ganz zuverlässig ist. Ich habe Rücksprache mit dem Hersteller gehalten, der mir auflistete, welche Möglichkeiten es für einen Fehlalarm durch den Test  gibt:

  • Eine nicht sachgemäße Anwendung der test4pet Produkte und App und bestimmte Umstände, wie z.B. körperliche Belastung, Fieber, Krankheit, Zyklussekret oder direkt nach einer kohlehydratreichen Nahrungsaufnahme können zu falschen Ergebnissen führen.
  • Bei Hunden und Katzen können vereinzelt und in geringem Maße weiße Blutkörperchen gemessen werden, ohne dass diese Krankheitswert haben. Bei Hunden und Pferden kann vereinzelt und in geringem Maße Protein gemessen werden, ohne dass dies Krankheitswert hat. Bei Hunden können geringe Mengen an Bilirubin gemessen werden, ohne dass dies Krankheitswert hat.
  • Durch langen Luftkontakt vor Anwendung oder Regen können sich vereinzelt Testfelder verfärben. test4pet und test4aqua sind stets bis direkt vor dem Gebrauch verschlossen in der versiegelten Originalverpackung aufzubewahren.
  • Benetzen Sie alle Testfelder gleichzeitig mit Urin. Ist ein Testfeld nicht benetzt, kann es kein Ergebnis anzeigen.
  • Ein kurzer Kontakt (circa eine Sekunde) der zu testenden Flüssigkeit mit den Testfeldern ist ausreichend. Wird zu lange Flüssigkeit über die Testfelder gegeben, besteht die Gefahr, dass die Testfelder nicht mehr ordnungsgemäß reagieren können und dann falsche Messergebnisse anzeigen.
  • Hinweis: nach 1 Minute ablesen und nicht viel später.

Ich war mir jedoch sicher, alles richtig gemacht zu haben. Die Teststreifen, die bei test4pet verwendet werden, stammen laut Herstelleraussage aus der Labordiagnostik – sie sind also genau die gleichen, die auch beim Tierarzt verwendet werden.

Gerade eben (wir haben jetzt, in diesem Moment, in dem ich das schreibe, 14 Uhr) fiel mir eine Wunde an der Unterseite von Bellas Rute auf. Eine Schürfwunde, die offenbar geblutet bzw. blutiges Wundsekret abgesondert hat. Ich gehe davon aus, das Folgendes passiert ist: Das blutige Wundsekret ist von der Rute in Richtung Scheide gelaufen (das wäre aufgrund der Stelle der Wunde durchaus möglich) und gelangte so beim Urinieren mit auf den Teststreifen. Folglich zeigte der Teststreifen ganz richtig Blut im Urin an – dass das Blut nicht aus der Blase kam, kann der Teststreifen ja nicht wissen.

Also: Ende gut, alles gut! Bella ist (bis auf die Schürfwunde) gesund, der Teststreifen hat offensichtlich begründeterweise Blut gefunden und ich bin nach wie vor überzeugt von diesem Produkt.